Wegkreuz am westlichen Ortseingang von Bergöschingen

Im Januar 2020 traf sich der „Freundeskreis Kleindenkmäler“, der sich für den Erhalt der alten Objekte in unserer gesamten Gemeinde einsetzt, vor Ort am Standort des Wegkreuzes. Steinmetzmeister Jürgen Kübler konnte den Initiatoren Alexander Stillner und Gerlinde Ebi sowie dem Grundstücksbesitzer Joachim Schäuble erklären, wie dieses Wegkreuz erhalten werden könnte.
Herr Kübler schätzte die Kosten auf ca. € 2.500, die Übernahme der Hälfte wurde spontan von Joachim Schäuble zugesagt. Der Rest kam nach einem Spendenaufruf an die Bürger von Bergöschingen innerhalb kurzer Zeit zusammen.

So konnten im März 2020 die Arbeiten begonnen und im Juli dann abgeschlossen werden.
Zwischenzeitlich versuchten Albert Würth und Alexander Stillner unter verschiedenen Lichteinfällen und mit digitaler Bildbearbeitung die Inschrift des Kreuzes zu entziffern, was aber zuletzt nur mit Hilfe des Steinmetzes und im Vergleich mit der Inschrift eines Wegkreuzes aus Jestetten wirklich gelang. Der Korpus wurde zum Sandstrahlen und Lackieren gegeben. Eine nachträgliche Vergoldung konnte wegen der erheblichen Kosten dann nur in Eigenleistung durch das Bürgernetzwerk realisiert werden. Auf das hierzu gesammelte Know-how kann nun auch bei weiteren Projekten zurückgegriffen werden. Die Gemeinde unterstützte das Projekt mit der Erstellung eines neuen Fundaments für das Wegkreuz. Das Kreuz steht nun wieder senkrecht. Die noch erkennbare leichte Krümmung entspricht dem Original und wurde damit erhalten. Die Inschrift wurde unter Anleitung des Steinmetzes mit einer passenden Farbe nachgearbeitet, da die starke Verwitterung die Lesbarkeit sehr stark beeinträchtigte. Nun ist die Inschrift wieder gut lesbar. Die Jahreszahl wurde im gleichen Stil nachgearbeitet. Lediglich die Widmung ist zu stark verwittert und unlesbar und wurde somit in diesem Zustand belassen.
Für die Pflege des Kreuzes wird nun alle 2 bis 3 Jahre eine Oberflächenbehandlung (zur Vorbeugung von Algen- und Moosbewuchs) notwendig sein, welche mit Kosten von ca. 60 Euro verbunden ist und durch Mitglieder des Freundeskreises geleistet werden kann. Das Material hierfür kann vom Steinmetz bezogen werden.
Im Namen des Bürgernetzwerkes und des Freundeskreises Kleindenkmäler wird allen Spendern und Mitwirkern eine Projektdokumentation überreicht und aufs Herzlichste gedankt.

Von den verbliebenen Mitteln aus den Spenden wird noch ein Schild am Wegkreuz angebracht:

„Renoviert im Jahr 2020
Federführung durch Bürgernetzwerk Hohentengen e.V.
Steinmetzarbeiten durch Firma Kübler aus Jestetten
Wir danken den vielen Spendern, welche die Wiederherstellung ermöglicht haben.“

Der 31. Juli 2020 bildet nun den offiziellen Projektabschluss. Wir freuen uns sehr über diese wirklich gelungene Restauration und das große Interesse und Mitwirken der Bürger.

Gerlinde Ebi und Alexander Stillner

Ausführende und Handwerker:
Gesamtkoordination: Gerlinde Ebi, Alexander Stillner (Bürgernetzwerk)
Vorbereiten der Baustelle: Joachim Schäuble
Steinmetz: Joachim Kübler, Jestetten
Sandstrahler: Firma Blechinger, Klettgau-Grießen, Spende von Michael Hack
Pulverbeschichtung: durch Unterstützung von Michael Hack (Spende)
Fundament: Bauhof der Gemeinde Hohentengen a.H.
Vergoldung: Alexander Stillner (Bürgernetzwerk)
Nacharbeitung der Inschrift: Alexander Stillner (Bürgernetzwerk)
Bepflanzung: Joachim Schäuble
Langfristige Pflege des Steinkreuzes: Freundeskreis Kleindenkmäler im Bürgernetzwerk

Das Wegkreuz am westlichen Ortseingang von Bergöschingen brauchte dringend eine Renovation: es war nicht nur stark verwittert, sondern auch längst schon einsturzgefährdet. Ein Arm des Sandsteinkreuzes war bereits abgefallen. Die Schrift war kaum mehr zu lesen. Es ist mit einer Jahreszahl (erkennbar 75) versehen, was auf das Jahr 1875 hindeutet. Der Sandstein, zunächst als Gestein vom Kalten Wangen vermutet, stammt wahrscheinlich aus dem Bodenseeraum. Eine Inschrift zum Stifter und Anlass lässt sich nicht mehr erkennen und ist damit unbekannt.
Lange stand es direkt am Wegrand, bei der Sanierung der Landstraße wurde es jedoch zurück versetzt auf das Grundstück der Familie Schäuble. Der Familie sind ebenfalls keine näheren Informationen zum Wegkreuz bekannt. Sie haben es bisher nicht mit der Familie in Zusammenhang gebracht.
Von März bis Juli 2020 bearbeitete Steinmetzmeister Kübler aus Jestetten das Kreuz. Teile mussten in der Werkstatt restauriert, Risse und Fehlstellen neu vermörtelt, alles sandgestrahlt und gereinigt werden. Da das Kreuz sich gesenkt hatte und schräg stand, erstellte die Gemeinde rechts vom bisherigen Standort ein neues Fundament, auf das es dann versetzt wurde. Der Korpus wurde von der Firma Blechinger sandgestrahlt, und mit Unterstützung von Michael Hack anschließend mit einer Pulverbeschichtung grundiert. Danach konnte eine Vergoldung durch Mitglieder des Bürgernetzwerks in Eigenleistung aufgetragen werden. Die Inschrift des Kreuzes war an wenigen Stellen noch lesbar, ansonsten aber durch die starke Verwitterung nicht mehr zu erkennen. Sie konnte jedoch von Herrn Kübler, durch einen Vergleich mit einem Wegkreuz aus Jestetten, entziffert und vervollständigt werden. Die Inschrift wurde darauf durch das Bürgernetzwerk ebenfalls restauriert.

Nun erstrahlt das schöne Wegkreuz in neuem Glanz und wird sicher für weitere Jahrzehnte den Menschen Gelegenheit zum Innehalten geben:

„Steh Wanderer hier voll Andacht still,
Erheb Dein Aug’ zum Kreuzes Bild,
Gedenke fromm der Gnadenfülle,
Die dir vom Kreuzes Stamm entquillt.“

Projektteam Kleindenkmäler

Im Jahr 2011 initiierte der Waldshuter Landrat die flächendeckende Dokumentation der Kleindenkmale des Landkreises als Teil des landesweiten Projekts „Erfassung und Dokumentation der Kleindenkmale in Baden-Württemberg“.

Kleindenkmale werden definiert als „ortsfeste, freistehende, kleine, von Menschenhand geschaffene Gebilde aus Stein, Metall oder Holz, die einem bestimmten Zweck dienen oder an eine Person oder Begebenheit erinnern.“ Hierunter fallen Grenzsteine ebenso wie Brunnen, kleine Kapellen, Feldkreuze, Gedenksteine, Wegweiser oder Brücken. Viele dieser historischen Kleinode, ob in Ortschaften oder in der freien Flur, werden kaum wahrgenommen und sind in ihrem Bestand akut gefährdet.

Über einen Zeitraum von drei Jahren haben rund 50 Freiwillige im Bezirk Hochrhein diese Zeugnisse unserer Kulturlandschaft in ihrem Bestand und mit ihrer Geschichte festgehalten. Mit dieser Dokumentation wurde die Grundlage zur dauerhaften Erhaltung und Pflege dieser Kleindenkmale in unserem Landkreis geschaffen.

In unserer Gemeinde hat sich Herbert Fuchs sen. dieser Aufgabe angenommen. Mit sehr viel Sachverstand und Wissen hat er in Hohentengen mit seinen Ortsteilen 116 Objekte dokumentiert: Dazu gehören Grenzsteine, Wegweiser, Wasserreservoire, Quellfassungen, Dorfbrunnen, Wegkreuze, ein jungsteinzeitlicher Grabhügel, alte Trafostationen, Gedenksteine unserer Gefallenen, Grabplatten, Dohlen, Mauern, aber auch die alten Industrieanlagen im ehemaligen Steinbruch, Inschriften am Schloss Rötteln und mehr.

Der „Freundeskreis Kleindenkmäler“ möchte mit dieser Dokumentation das Wissen um diese Schätze der Vergangenheit in unserer Gemeinde wach halten. Und er möchte sich für den Erhalt der zum Teil baufälligen Objekte einsetzen.

Wer Interesse hat, hier mitzuwirken, wendet sich direkt an`s Bürgernetzwerk oder an Gerlinde Ebi, die dieses Projekt betreut.